Risiko ist eines der schwierigsten – und zugleich wichtigsten – Konzepte, wenn man Investitionen im Unterricht einführt.
Denn Risiko handelt nicht nur von Zahlen und Renditen, sondern von Entscheidungen, Konsequenzen und Unsicherheit.
In Aktiedysten gibt es mehrere Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten, die Ihnen helfen können, Risiko für die Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen. Hier haben wir vier zentrale Funktionen und fünf didaktische Ansätze zusammengestellt, die viele Lehrkräfte genau dafür nutzen.
Funktionen, die Risiko sichtbar machen:
Maximalbetrag pro Trade
Durch das Festlegen eines Maximalbetrags pro Trade wird es schwieriger, alles auf eine einzige Entscheidung zu setzen. Das zwingt die Schülerinnen und Schüler dazu, ihre Investitionen zu verteilen und darüber nachzudenken, wie sie Risiko über Zeit hinweg managen – statt nur in einem einzelnen Moment.
Die Begrenzung unterstützt einen ausgewogeneren Ansatz, bei dem der Fokus von schnellen Wetten hin zu bewussten Entscheidungen und Risikostreuung verschoben wird.
Portfoliodiversifikation:
Diversifikation – also Risikostreuung – ist ein zentrales Prinzip beim Investieren.
Indem Regeln festgelegt werden, wie ein Portfolio zusammengesetzt sein soll, inklusive Anforderungen an mehrere Anlageklassen, wird das Spiel realistischer und ausgewogener.
Gleichzeitig entstehen ganz automatisch fachliche Diskussionen:
Warum darf man nicht alles in eine Anlage stecken?
Was passiert, wenn ein Teil des Marktes fällt?
Was bedeutet es, „Risiko zu streuen“?
Hier wird Risiko nicht abstrakt, sondern etwas, das die Schülerinnen und Schüler in ihren eigenen Entscheidungen erleben – und das Spiel zeigt direkt, wenn Anforderungen nicht erfüllt sind.
Risikoadjustierte Rendite
Beim Investieren ist eine hohe Rendite nicht automatisch ein gutes Ergebnis. Wenn die Rendite durch ein sehr hohes Risiko erzielt wurde, sieht die Bewertung plötzlich ganz anders aus.
Die risikoadjustierte Rendite ermöglicht Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern über:
den Unterschied zwischen Glück und Strategie
ob hohes Risiko immer wünschenswert ist
warum zwei Portfolios mit gleicher Rendite nicht unbedingt gleich gut sind
Das öffnet wichtige Diskussionen darüber, wie Entscheidungen bewertet werden – nicht nur Ergebnisse.
Diese Funktion ist nur per Anfrage per E-Mail verfügbar. Kontaktieren Sie uns unter info@investspiel.de, um sie zu Ihrem Spiel hinzuzufügen.
Mehr Märkte und Anlageklassen:
Wenn Sie mehrere Märkte und Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe usw.) freischalten, erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, echte Diversifikation zu praktizieren.
Das eröffnet Gespräche darüber:
dass verschiedene Märkte unterschiedlich auf dieselben Ereignisse reagieren
dass Risiko je nach Anlageklasse unterschiedlich ist
warum mehr Auswahl sowohl eine Stärke als auch eine Herausforderung sein kann
Didaktische Anpassungen, die das Lernen verstärken
Spieldauer anpassen
Die Dauer des Spiels hat großen Einfluss auf das Risikoverhalten.
Kurze Spiele führen oft zu höherem Risiko und mehr Spekulation
Längere Spiele schaffen Raum für Geduld und langfristige Überlegungen
Durch die bewusste Wahl der Dauer können Sie steuern, welche Art von Risiko die Schülerinnen und Schüler bearbeiten.
Startkapital begrenzen
Wenn das Startkapital reduziert wird – z. B. auf 10.000 € – wird jede Entscheidung bedeutender. Mit weniger Kapital steigen die Anforderungen an die Überlegungen der Schülerinnen und Schüler zu Risiko, Priorisierung und Konsequenzen.
Kleinere Beträge geben einen realistischeren Einblick darin, wie begrenzte Ressourcen den Bedarf an durchdachten Entscheidungen erhöhen.
Wissen belohnen:
Risiko betrifft nicht nur die Entscheidungen im Spiel, sondern auch das Verständnis dafür, warum sich Märkte so bewegen, wie sie es tun.
Ein effektiver Ansatz ist es, kleine Quizze oder kurze Wissensaufgaben zu Themen wie Risiko, Marktverhalten und Unsicherheit einzusetzen – und die Schülerinnen und Schüler für ihr fachliches Verständnis zu belohnen, statt nur für ihre Rendite. Die Belohnung kann zum Beispiel zusätzliches fiktives Kapital im Spiel sein.
Ein konkretes Beispiel: 100.000 zusätzliche fiktive Euro werden an die Schülerin, den Schüler oder die Gruppe vergeben, die die beste Präsentation darüber hält, warum Märkte manchmal stark auf politische Aussagen reagieren. Hier werden Verständnis, Reflexion und Vermittlung belohnt – nicht Glück.
Mit der Risikoprofilanalyse starten
Bevor das Spiel beginnt, können die Schülerinnen und Schüler mit ihrem eigenen Risikoprofil arbeiten.
Das schafft eine starke Grundlage für:
eigene Präferenzen zu formulieren
Erwartungen mit tatsächlichen Entscheidungen zu vergleichen
zu bewerten, ob sie im Einklang mit ihrer eigenen Strategie gehandelt haben
In Aktiedysten gibt es ein Risikoprofil-Tool, das als gemeinsame Referenz im Unterricht genutzt werden kann.
Der wichtigste Ansatz: Über Risiko sprechen
Schülerinnen und Schüler wissen, dass Risiko existiert. Doch in einem Markt voller „Finfluencer“ und schneller Tipps ist genau dieses Gespräch vielleicht die wichtigste Lektion von allen.
Indem Sie kontinuierlich über Risiko im Spiel sprechen:
wird Investieren in einen größeren Kontext gesetzt
entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein differenzierteres Vokabular
entsteht ein Bewusstsein dafür, dass es eines Tages um echtes Geld geht
Beispiel: So können Sie ein Spiel mit Fokus auf Risiko aufsetzen
Unten finden Sie ein Beispiel für ein einfaches Unterrichtssetup, bei dem Risiko im Mittelpunkt steht. Das Setup kann je nach Niveau und Fach angepasst werden.
Es geht nicht darum, „das Spiel zu gewinnen“, sondern den Schülerinnen und Schülern ein Verständnis für Entscheidungen, Unsicherheit und Konsequenzen zu vermitteln – in einem Umfeld, in dem sie ohne finanzielles Risiko experimentieren können.
Spieleinstellungen (Beispiel)
Startkapital: 50.000 €
Dauer: 6–12 Monate
Max. Betrag pro Wertpapier: 20 % (ca. 10.000 €)
Handelsvolumen: Ja
Handelsgrenze: Nein
Gebühren (Courtage): 0,15 %
Risikoadjustierte Rendite: Grundschule: Nein, Sekundarstufe und höher: Ja (mit kurzer Einführung)
Daten und Analyse: Ja
Portfoliodiversifikation: 50 % Aktien, 20 % Anleihen / ETF, 20 % Rohstoffe
Märkte und Anlageklassen: Alle – außer Krypto
Didaktischer Ablauf
1. Vorbereitung
Geben Sie eine Einführung in das Thema Investieren mit besonderem Fokus auf Risiko
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler vor dem Start ihr Risikoprofil erstellen und das Ergebnis festhalten
2. Start des Spiels
Starten Sie das Spiel und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Investitionen tätigen
Nach einigen Wochen erfolgt eine gemeinsame Reflexion im Unterricht:
Wie haben sich die Portfolios entwickelt?
Welche Überlegungen haben die Schülerinnen und Schüler angestellt?
Wo wurde das meiste Risiko eingegangen – und warum?
Schließen Sie mit einer Wissensaufgabe oder Präsentation ab, bei der Sie Einsicht mit zusätzlichem fiktivem Kapital belohnen
3. Nach dem Spiel
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihr Risikoprofil erneut erstellen
Vergleichen Sie mit dem Ergebnis vom Anfang:
Hat sich ihre Risikobereitschaft verändert?
Entsprechen ihre Entscheidungen der Strategie, die sie ursprünglich angenommen haben?
